Die Insel

Öland ist die beliebteste Urlaubsregion der Schweden - und die Schweden wissen warum! Die meisten Sonnenstunden des Landes und die vielen Strände sind sicherlich zwei der Hauptgründe. Obwohl auf der zweitgrößten schwedischen Insel (nach Gotland) nur 25.000 Menschen leben, wächst die Zahl im Sommer bis auf 500,000 an. Allerdings wird es nie eng, da es zahllose fantastische Landschaften entlang der 130 km langen Küste gibt. Öland ist mit dem Festland durch die Ölandsbrücke verbunden, die zur Eröffnung im Jahr 1972 die längste Brücke Europas.

Ölands Klima und Landschaft sind einzigartig. Von den ausgedehnten Wäldern im Norden der Insel über abwechslungsreiche Küsten bishin zu den berühmten Vogelbeobachtungsgebieten im Süden der Insel.

Zu den bedeutendsten kulturhistorischen Plätzen zählen das Schloss Borgholm, das bereits 1100 angelegt und zu seiner charakteristischen Form im 16. und 17. Jahrhundert ausgebaut wurde. Im Süden gibt es das Weltkulturerbe Stora Alvaret, ein Kalksteingebiet mit unzähligen seltenen Tier- und Pflanzenarten, das schon Carl von Linné faszinierte. Darüber hinaus gibt es auch viele prähistorische Stätten, zum Beispiel Gettlinge und Eketorp, sowie die zahlreichen Windmühlen, die den Charakter der Insel prägen und teilweise über 300 Jahre alt sind.

Im Herbst feiert die ganze Insel das berühmte Erntefest, das Besucher aus nah und fern anlockt.

Die Natur

Auf Öland gibt es unterschiedlichste Naturräume. Die steppenartige Landschaft "Stora Alvaret" im Süden der Insel gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dieses Alvar ist Lebensraum für eine vielfältige, den trockenen und heißen Lebensbedingungen angepasste Flora und Fauna. Bestimmte Pflanzen wie das Öland-Sonnenröschen (Helianthemum oelandicum) kommen nur hier und an keinem anderen Platz der Welt vor.

Die im Alvar gelegenen kleinen Seen Anziehungspunkt für eine artenreiche Vogelwelt. Weitere wichtige Vogelschutzgebiete gibt es an der Südspitze Ölands im Naturreservat Ottenby, wo sich auch eine Forschungsstation befindet, sowie an der Westküste in Beijershamn. Nördlich des Alvargebiets erstreckt sich mit dem Mittlandwald ("Mittlandsskogen") ein ausgedehntes Waldgebiet. Auch die Nordspitze der Insel ist bewaldet, hier gibt es den Ökopark Böda, ein Schutzgebiet. Aufgrund des für Schweden ungewöhnlichen Bodens finden sich auf Öland auch viele außergewöhnliche Blumen, darunter 32 Orchideenarten. Weitere Besonderheiten sind die Rauken von Byrum und die Neptuns-Felder an den Küsten der Insel.

Öland verfügt auch über eine Vielzahl von Feuchtgebieten. Bei einer Bestandsaufnahme im Jahr 1993 wurden 410 Feuchtgebiete mit einer Fläche von mindestens zwei Hektar gezählt. Ursprünglich war die Zahl der Feuchtgebiete noch deutlich größer. Seit dem 17. Jahrhundert wurden jedoch viele Moore trocken gelegt, um so neue landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Etwa die Hälfte der öländischen Feuchtgebiete ging so verloren. Der erhoffte Nutzen für die Landwirtschaft blieb jedoch häufig aus oder währte nur kurz. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann man mit Arbeiten zur Renaturierung von Feuchtgebieten.

Quelle: Forslund, M. (2001). Natur och kultur pa Öland.

Die Kultur

Zur Kultur der Insel gehört einmal das bereits beschriebene bauliche Kulturerbe, also das Schloss Soliden, die Windmühlen und zahlreiche prähistorische Stätten, aber auch die reiche Gegenwartskultur der Insel. Öland setzt auf nachhaltige Entwicklung und insbesondere die Produktion von hochwertigen, ökologischen Nahrungsmitteln. Auf Öland gibt es auch eins der wenigen Weingüter Südschwedens. Der Weinanbau befindet sich ganz in der Nähe von Solberga.

Charakteristisch für Öland ist die ungewöhnlich große Zahl von Windmühlen, von denen es schätzungsweise einmal 2000 gab. Die Mühlen, vor allem Bockwindmühlen, dienten zur Versorgung der Höfe mit Mehl. Im Laufe des 20. Jahrhunderts verloren die Mühlen jedoch an Bedeutung, sie verfielen oder wurde abgerissen. Etwa 350 sind jedoch heute noch erhalten. Die größte der Bockwindmühlen ist Björnhovda kvarn östlich von Färjestaden. Weitere bekannte Mühlen sind die Mühlen von Lerkaka, von Störlinge, Sandviks Kvarn, die Mühle von Strandtorp und die Scheuermühle Jordhamn.

In der Nähe der größten öländischen Stadt, Borgholm, hat die schwedische Königsfamilie ihren Sommerwohnsitz Schloss Soliden. Kronprinzessin Victoria feiert dort jedes Jahr im Juli ihren Geburtstag. Unweit hiervon liegt die Ruine des Schlosses von Borgholm. Bemerkenswert sind auch die Überreste der prähistorischen Burganlagen Bårby, Gråborg und Ismantorp. Die Burg Eketorp im Süden der Insel wurde rekonstruiert und ist eines der bekanntesten Bauwerke Ölands.

Auf Öland gibt es heute 35 Kirchengebäude, die teilweise in ihren Ursprüngen auf die Zeit der Romanik zurückgehen und zunächst als Wehrkirchen dienten. Besonders bemerkenswert sind die Kirchen von Gärdslösa, Resmo, Långlöt, Högby, Egby und Föra. Nicht mehr als Kirche in Nutzung ist die Källa ödekyrka. Auch in Borgholm und Köpingsvik befinden sich interessante Kirchenbauwerke. Eine bauliche Besonderheit der Kirchen auf Öland war die Bauform der Sattelkirchen, mit einem Turm an jedem Ende des Kirchenschiffes. Im 19. Jahrhundert wurden diese Kirchen jedoch alle umgebaut. Reste des zweiten Turmes sind noch bei der Kirche von Resmo zu finden.

 

Auf Öland bestehen diverse kleinere Museen, die jedoch überwiegend nur in der Sommersaison geöffnet sind. Neben der Burg Eketorp dürfte das Öland-Museum in Himmelsberga das bekannteste sein. Im Freilichtmuseum von Himmelsberga wird die traditionelle bäuerliche Kultur der Insel präsentiert. In Himmelsberga ist eines der für Öland typischen Reihendörfer erhalten geblieben. Weitere Museen sind zum Beispiel das Stadtmuseum Borgholm, das Museum von Skedemosse, in welchem die Geschichte der Goldfunde von Skedemosse präsentiert wird, und die Linbasta von Lerkaka, in welcher die Tradition der öländischen Leinenherstellung dargestellt wird. Im Nordosten der Insel fährt die Museumsbahn Böda Skogsjärnväg.

Als Wahrzeichen Ölands gelten die an Nord- und Südspitze errichteten Leuchttürme Långe Erik und Långe Jan, die im Sommer öffentlich zugänglich sind. Weitere öländische Leuchttürme sind der Leuchtturm Kapelludden und Högby fyr an der Ostküste, sowie die Leuchtfeuer Skeppsstäv und Ispeudde an der Westküste.

Quelle: Forslund, M. (2001). Natur och kultur på Öland. Länsstyrelsen i Kalmar län.

Die Geschichte

Öland, die Insel der Steinmonumente, wurde ab 7000 v. Chr. von Jägern bewohnt (zuvor lag es lange unter dem Meeresspiegel). In der Jungsteinzeit etwa um 4000 v. Chr. wurde es von Ackerbauern besiedelt.  Über 13.000 archäologische Fundstätten zeugen von seiner Geschichte bis ins Mittelalter. In der Bronzezeit zwischen 1.500 und 500 v. Chr. gewann der Handel an Bedeutung. Felle und Häute wurden gegen Metallgegenstände getauscht.

Während der Bronzezeit wurden große Hügelgräber angelegt, darunter der Blå rör, der größte der etwa 100 Tumuli (Rösen) auf der Insel. Auch Menhire, zum Teil auf Grabfeldern (Gräberfeld bei Gettlinge, Mysinge, Gräberfeld von Seby oder die Odins Flisor), sind anzutreffen; Schiffssetzungen sind hingegen selten. Die Warnen (Variner) waren ein germanischer Volksstamm, der ursprünglich auf Öland lebte, die Insel aber in der Völkerwanderungszeit verließ. Aus dieser Zeit (400–550 n. Chr.) stammen die großen Burgen wie die Gråborg, Ismantorp und Eketorp. Insgesamt wurden die Reste von 16 Burgen auf Öland gefunden. Unter den Runensteinen ragen der Karlevistein und die Steine von Lerkaka heraus. Eine erste größere Siedlung entstand um 750 n. Chr. bei Köpingsvik im Norden der Insel.

Um 800 n. Chr. gehörte Öland zum Machtgebiet der Sveakönige, hatte aber einen eigenen Rechtsstatus. Im Mittelalter gewann Öland durch seine Lage am Kalmarsund, der eine wichtige Seestraße war, an Bedeutung. Die Entstehung des Marktes Köping als Handelsplatz und der Bau eines Kastells bei Borgholm, das später zu einer großen Burg ausgebaut wurde, zeugen davon.

Öland wurde zwischen 1300 und 1700 in die schwedisch-dänischen Kriege hineingezogen: In den 1360er Jahren, den 1450er Jahren, am Beginn des 16. Jahrhunderts, während des Kalmarkrieges 1611–1613 und nach der Niederlage der schwedischen Flotte an der Südspitze Ölands 1676 im Schonischen Krieg wurde die Insel von dänischen Truppen heimgesucht. 1612 dauerte die Besetzung durch dänische Truppen zehn Monate an. 700 Höfe sollen in dieser Zeit zerstört worden sein.

Von 1569 bis zum Jahr 1801 war die gesamte Insel königliches Jagdgebiet. Für die ansässige bäuerliche Bevölkerung bedeutete dies starke Einschnitte. Das Schlagen von Holz oder die Jagd waren verboten. Zum Schutz des königlichen Wildes war das Halten von Hunden zeitweise verboten. Auch Waffen durften nicht geführt werden. Das königliche Wild verursachte jedoch große Schäden auf den Feldern der Bauern. 1850 fand in der Region um Böda im Norden der Insel – das Gebiet blieb auch nach 1801 noch im staatlichen Besitz – der Bödaaufstand statt, der mit Hilfe herbeigeholten Militärs niedergeschlagen wurde. Die Insel, die seit 1617 zur Provinz Kalmar gehört hatte, wurde 1817 kurzzeitig eine eigene Provinz, aber schon 1824 wurde sie wieder an Kalmar angeschlossen.

Öland war lange eine ausgeprägte Agrarlandschaft. Zwischen 1810 und 1870 stieg die Bevölkerungsanzahl um 60 % auf etwa 38.000 Menschen. Die zum Teil sehr kargen öländischen Böden mussten immer mehr Menschen ernähren. Es wurde versucht, bisher nicht genutzte Böden nutzbar zu machen. Viele öländische Moore, so zum Beispiel Skedemosse, wurden trocken gelegt, um neue landwirtschaftliche Nutzflächen zu erhalten. Diese Maßnahmen hatten zum Teil sehr negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Insel. Auch wurden wie in Österskog Wälder gerodet oder wie in Dröstorp ungünstige Alvarböden bearbeitet. Die trotzdem zunehmende Not der Menschen führte zu einer Arbeitsmigration vor allem nach Deutschland und Dänemark. Nach einer Agrarkrise kam es ab 1880 zu einer erneuten Auswanderungswelle, bei der etwa die Hälfte der Bevölkerung Öland verließ. Das bevorzugte Ziel der Auswanderer war Amerika. Auch heute weist die Insel sinkende Einwohnerzahlen auf.

Quelle: Forslund, M. (2001) Natur och kultur på Öland. Länsstyrelsen i Kalmar län.

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